Die Familie ist der größte Pflegedienst der Nation. 

Ca. 80 % der pflegebedürftigen Menschen werden innerhalb der Familie bzw. von Familienmitgliedern versorgt und betreut. Wenn man von pflegenden Angehörigen spricht, so handelt es sich dabei allerdings zumeist um weibliche Familienmitglieder. 

Erst wenn die Möglichkeiten zur Unterstützung nicht ausreichen, findet ein Wechsel zur ambulanten oder stationären Pflege statt. Gründe die zu einem Wechsel führen sind vielschichtiger Natur:
 
Zeitpunkt
die Helferpersonen kommen meist unvorbereitet in die Helferrolle
Alter und
Krankheit
die Frauen als Tochter bzw. Schwiegertochter sind bereits im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. 

Pflegende Angehörige, gerade dann, wenn sie selbst schon älter sind, befinden sich in ständiger Sorge, ob sie den Anforderungen auf Dauer gewachsen sind. Die Sorge bezieht sich auch auf die Frage, was geschehen wird, wenn durch eigene Krankheit oder Hinfälligkeit die Fortsetzung der häuslichen Pflege unmöglich wird. Dies gilt besonders für die pflegenden Angehörigen, die alleine mit dem Hilfebedürftigen zusammenleben.

Die Wahrscheinlichkeit einer eigenen Erkrankung durch die Überlastung bei der Pflegeperson steigt
 
 
 

Aufwand
Der zeitliche, physische und psychische Aufwand für die Pflege neben der alltäglichen Haus- und Familienarbeit ist erheblich
Isolation
Pflegende Angehörige geraten durch Verlust von Bekannten und Freunde in eine gesellschaftliche Isolation und die Beziehungen zu den übrigen Familienmitgliedern können in eine Krise geraten. 

Pflegende Angehörige, die durch unzureichende oder fehlende Entlastung in eine dauerhafte Überforderungssituation geraten, haben keine Zeit mehr für eigene Interessen.
 
 
 

Abhängigkeit 
Pflegende Angehörige geraten selbst in eine Abhängigkeit durch die völlige Vereinnahmung des pflegebedürftigen Menschen.
Gewalt
Da es auf Dauer zu einer Erschöpfung in der Hilfemotivation kommen kann, entsteht  bei mangelnder Hilfe für den Helfer eine latente Gefahr der Gewaltanwendung gegen den Pflegebedürftigen.
 
 

fehlende Fach- 
kompetenzen
 
Pflegende Angehörige erbringen Leistungen der Grund- und Behandlungspflege, die eigentlich einer spezialisierten Fachausbildung bedürfen.

Die Pflege muß u.U. unter unzureichenden räumlichen und technischen Bedingungen geleistet werden.
 
 
 

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