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Effizienz des Gesundheitssystems PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ulrich Schirrmann   

Der Gesundheitsbereich ist mit 4,4 Millionen Beschäftigten und rund 254 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr schon heute die größte Wirtschaftsbranche in Deutschland und verfügt über großes Potenzial, der Wachstumsmotor der Zukunft zu sein. Größter Ausgabenträger ist die gesetzliche Krankenversicherung (rund 161 Milliarden Euro im Jahr 2008). Allerdings zeigt der internationale Vergleich, dass hierzulande Einsparmaßnahmen erfolgreicher waren als andernorts: So sind die Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit in Deutschland zwischen 2000 und 2007 real um durchschnittlich 1,4 Prozent pro Jahr gestiegen.

Dies ist der geringste Anstieg aller OECD-Länder. Dennoch erreicht Deutschland - verglichen mit anderen Ländern - zu wenig Qualität: Die Effizienz des Gesundheitssystems ist noch verbesserbar.

 

Es haben sich Strukturen entwickelt, in denen verschiedene Leistungsbereiche des Gesundheitswesens nebeneinander statt miteinander arbeiten. Die ambulante Versorgung durch den niedergelassenen Arzt, die stationäre Versorgung im Krankenhaus und die Rehabilitation in spezialisierten Einrichtungen sind zu wenig miteinander verzahnt.

Dadurch kommt es zum Beispielsweise zu Doppeluntersuchungen, die Behandlung erfolgt im Einzelfall zu wenig koordiniert. Das verursacht unnötige Kosten. Hinzu kommt ein oft mangelndes Kostenbewusstsein auf allen Seiten:

 bei den Leistungserbringern, also bei Ärzten,
 Apothekern, 
 Krankenhäusern, 
 bei den Krankenkassen, 
 aber auch bei Patientinnen und Patienten. 

Jeder Patient hat die Möglichkeit in das System einzugreifen. Beispielsweise durch Abforderung einer Patientenquittung bei dem behandelden Arzt. Nur kaum ein Patient weiss, dass er ein Anrecht darauf hat. Hier sollte die politische Ebene mehr Aufkärung betreiben um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Möglicherweise ist das aber von den verschiedensten Playern im Gesundheitswesen nicht gewünscht. Die Abrechnung der Leistungen ist nach wie vor intransparent und man hat das Gefühl das es auch so bleiben soll. Denn bisher war es nicht üblich, die Kosten gegenüber dem Patienten offen zu legen. Deshalb sollte sich das System ändern. Der Patient sollte unaufgefordert die Patientenquittung erhalten. Denn nur so kann der Patient ein Kostenbewustsein für die abgerechneten Leistungen entwickeln. Um die Effizienz des Gesundheitswesens zu steigern, muss das Gesundheitssystem von kostentreibenden Faktoren entlastet werden - durch Anreize für mehr Wettbewerb um die beste Qualität, durch die Entschlackung und Entbürokratisierung von Strukturen.

 

Aktualisiert ( Freitag, 22. Oktober 2010 um 12:36 )
 
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